Aktuelle Rückblicke


Schuhmacher - Ein Beruf zur Nachhaltigkeit

Marion Otto präsentierte ihr Handwerk zum Saisonbeginn im Dorf- und Schulmuseum

 Marion Otto ist seit 1989 Schuhmachermeisterin und bereits über 35 Jahre in Eutin tätig. Am 8.Mai stellt sie um 19:30 Uhr im Dorf- und Schulmuseum Schönwalde ihr Handwerk vor und berichtet, wie sehr es zum nachhaltigen Handeln beitragen kann.
Marion Otto ist seit 1989 Schuhmachermeisterin und bereits über 35 Jahre in Eutin tätig. Am 8.Mai stellt sie um 19:30 Uhr im Dorf- und Schulmuseum Schönwalde ihr Handwerk vor und berichtet, wie sehr es zum nachhaltigen Handeln beitragen kann.

Im Jahr 1950 gab es in Deutschland noch über 75.000 Betriebe im Schuhmacherhandwerk. Ihre Zahl ist bis 2021 auf 1.700 zurückgegangen. Bundesweit zählte man vor drei Jahren noch 3.400 Beschäftigte. Wie vielfältig und zeitgemäß das Handwerk des Schuhmachers dennoch ist, berichtete Marion Otto am 8. Mai um 19:30 Uhr zur Saisoneröffnung im Dorf- und Schulmuseum Schönwalde.

Die ältere Generation kennt sie noch, die kleinen Schusterwerkstätten, in denen es nach Leder, Leim und Fetten roch, und der Meister mit seiner Schürze und mit einem Schuh zwischen den Knien auf dem Schemel saß. Die Schusterkugel für eine punktgenaue Beleuchtung des Arbeitsbereiches gehörte dazu.

Seither hat sich viel geändert. Die wenigsten Schuhe werden noch so lange getragen wie in vergangenen Tagen. Angesichts modischer Trends und niedriger Preise endet für viele Schuhe ihr Leben mit der neuen Mode oder dem abgelaufenen Absatz. Dabei lassen sich auch heute noch die meisten Schuhe durch einen guten Schuhmacher reparieren oder auch optisch der neuen Saison anpassen.

Bei Ihrer Vorstellung des Schuhmacherhandwerks ging Marion Otto auf die Veränderungen ein, die sie seit über 35 Jahren im eigenen Betrieb in Eutin selbst erlebt. Sie ist fest davon überzeugt, dass die Schuhreparatur einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann, sieht in den geringen Herstellungskosten des fernab produzierten „Saisonartikels“ Schuh aber auch Probleme.


Warum legt der Osterhase Eier?

Vortrag zu christlichen Festen und ihren Bräuchen im Dorf- und Schulmuseum Schönwalde

Ostern ist eines der großen christlichen Feste und verbunden mit vielen Bräuchen, die wie selbstverständlich zum Alltag gehören. Aber was hat der Osterhase mit Ostern zu tun, und warum legt er Eier in Nester? Dieser Fragen beantworteten die Schönwalder Pastoren Dr. Arnd Heling und Jörg Reimann am 27. März in ihrem Vortrag im historischen Klassenzimmer des Dorf- und Schulmuseums, wobei auch die Ursprünge anderer Bräuche Thema des Abends waren.
„Wir freuen uns, dass Pastor Heling kurz vor seinem Eintritt in den Ruhestand die Zeit gefunden hat, zusammen mit seinem Nachfolger Jörg Reimann zu uns ins Museum zu kommen“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Marc Dobkowitz, über den Besuch nur wenige Stunden vor dem Beginn des Osterfestes.
Seit Jahrhunderten strukturiert der Rhythmus des Kirchenjahres mit seinen Festen und Gedenktagen das Zeitempfinden und Lebensgefühl sehr vieler Menschen. Das zeigt auch so manches Exponat des Museums und birgt damit manch Geheimnis, das heute schwer zu entschlüsseln ist. Liturgische Farben und musikalische Aufführungen unterstreichen den Festcharakter. Dabei und daneben hat sich ein reiches Brauchtum entwickelt, das oft in vorchristliche Zeiten zurückweist, wie das Osterei, aber auch aus postchristlichen Zusammenhängen wie der Vatertag und der Weihnachtsmann.
„Die Kirchen haben es nicht immer leicht, angesichts der oft grellen und lauten Angebote aus Konsum und Freizeitgesellschaft den tiefen ursprünglichen Sinn des Kirchenjahres zu vermitteln“, sagt Pastor Dr. Arnd Heling. Der Sinn bestehe darin, tiefe Fragen der eigenen Existenz mit der Gestalt und dem Geschick des Jesus von Nazareth sinnhaft zu verknüpfen. „Persönlich wünsche ich mir einen lockeren, aber auch respektvollen Umgang beider Kulturen, der christlichen wie der volkstümlichen, wobei beide unterscheidbar bleiben sollten“, ergänzt Pastor Heling mit Blick auf den Vortrag.