Rückblick 2018


Besuch von nebenan

Schönwalder Grundschüler lernen den Vorläufer ihrer Schule kennen

Kurz vor den Herbstferien bekam das Dorf- und Schulmuseum Besuch aus der Nachbarschaft. Zwei dritte Klassen aus der Friedrich-Hiller-Schule lernten den Schulalltag aus vergangenen Zeiten kennen – und mussten für diese kleine Zeitreise nur ein paar Meter aus dem Haus. Denn die ehemalige Dorfschule – das heutige Museum – ist der Vorläufer der heutigen Grundschule.

Über 40 Kinder lernten alte Schulregeln wie: „Stille sitzen, Öhrchen spitzen, Hände falten, Schnabel halten, gerade sitzen, Kopf nicht stützen“. Oder, beim Schreiben der Alten Deutschen Schrift (gemeinhin auch als „Sütterlin“ bekannt, wobei letztere in Details leicht abweicht): „Rauf, runter, rauf – Pünktchen drauf!“ Fertig ist das „i“!

Ebenfalls ein Thema war das Arbeitsleben – Haus-, Feld- und sonstige Arbeiten konnten hier anschaulich mit diversen Gerätschaften erlebt werden. So etwa, wie man Wind künstlich erzeugt, um die Spreu vom Korn zu trennen – die Windfege gehört zu den ältesten bekannten Maschinen, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden.

Und dann ist da noch das Foto von Herrn Olandt – der Markthändler lief an Markttagen mit seinen Waren zu Fuß bis nach Neustadt und zurück. Und sah dabei trotzdem recht fröhlich aus. Denn um seine Lasten halbwegs bequem tragen zu können, benutzte er eine „Dracht“. Ein Gestell, das das Gewicht von zwei Lastkörben auf die Schultern verteilt (gut bekannt auch von "Hummel Hummel", dem Hamburger Wasseträger) – die Kinder konnten das mit eigens dafür angefertigten kleinen Drachten selbst ausprobieren.

Leider konnten in der Kürze der Zeit von zwei Schulstunden nicht alle Kinder alle „Programmpunkte“ erleben. Doch das ist kein Problem: „Wir kommen nach den Ferien wieder!“ war die freudige Ansage. Ist ja nicht weit...

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Duft von Schweröl und Schweinen

Museums-Ausflug ins Herzogtum Lauenburg

Beim traditionellen Museums-Ausflug zum Saisonausklang gab es diesmal etwas für alle Sinne. Bei bestem Spätsommerwetter ging es mit dem modernen Reisebus ins Lauenburgische. Auf dem Lösch- und Ladeplatz direkt am Elbufer erwartete uns herrlicher Sonnenschein und mitten in der Lauenburger Altstadt das Elbschifffahrtmuseum mit einem Rückblick in mehrere Jahrhunderte Schifffahrt auf dem „Weißen Strom“. Ganz besondere Düfte erwarteten uns in der „Schatzkammer der Schiffsantriebe“ im Gewölbekeller des alten Rathauses. Der Duft von Schweröl und Diesel war zwar nicht jedermanns Sache, die zum Teil mächtigen Motoren waren jedoch imposant anzusehen. Fast alle offenbarten, dank nachträglich eingebauten elektrischen Antriebs, ihre Funktion in Bewegung.

Nach ein paar hundert Metern Fußweg und 60 Metern Höheunterscheid zwischen Elbufer und Geestrücken wurden wir beim stärkenden und vorzüglich schmeckenden Mittagessen mit dem weiten Blick aus dem Fürstengarten über die Elbe bis nach Lüneburg belohnt.

Dufte war auch der Stopp zur Kaffeezeit. Auf Lödings Hof am See in Buchholz erwartete und der Altbauer für eine Führung über den landwirtschaftlichen Betrieb. Zusammen mit seinem Sohn und zeitweise 130 Angestellten werden Spargel, Himbeeren und Schweine ausschließlich direkt vermarktet. Alles begann mit 0,75 Hektar Spargel. Heute sind es 11 Hektar zuzüglich Himbeerfeldern, die zum Selbstpflücken einladen. Da ist es nur logisch, dass auf der Wiese mit bester Lage am Ratzeburger See das Frucht-Café steht. Dort erwarteten uns köstliche hausgemachte Himbeertorten mit Kaffee zur längst fälligen Stärkung. Dabei wirkte noch ein wenig der charakteristische Duft der Seeluft-Schweine, dem dritten Standbein des Hofes, nach. Noch ist der Stall für 400 Schweine nicht voll belegt, aber auch dann gibt es bei ganzjährig offenen Wänden, Gruppenboxen mit Trennung zwischen Schlaf- und Bewegungsfläche sowie „Wellness-Bereich“ zum Suhlen keine unerträgliche Enge.

Pünktlich um 18 Uhr betraten wir, um viele Eindrücke und Informationen rund um Lauenburg und das Herzogtum reicher, wieder heimischen Boden. Nicht nur die Kleinsten (3+7 Jahre) werden den Tag in guter Erinnerung behalten.

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Alte und neue Seilschaften in Schönwalde

Der letzte Café-Sonntag der Saison bot einen Einblick in die Kunst der Reepschlägerei

Schönwalde bekam seine eigene Reeperbahn - zumindest für ein paar Stunden. Ein Reep ist ein Seil, und Seile und Taue wurden traditionell auf langen, geraden Straßen gefertigt: der Reeperbahn eben. (Solch einen Straßennamen findet man deswegen übrigens nicht nur in Hamburg, sondern auch in vielen anderen nordeutschen Städten. Weiter südlich heißen die Straßen dann auch eher Reifer- oder Seilerbahn.)

Bei bestem Spätsommerwetter, Kaffee, Kuchen und kühlen Getränken genossen die Gäste vor dem Museum einen Einblick in dieses Handwerk. Zwar nur in etwas beschränktem Rahmen, aber ob ein Seil 5 oder 50 Meter lang ist - die Technik bleibt dieselbe.

 

Das Museumscafé und sein Team verabschieden sich für´s erste, sagen "danke" an alle Gäste für den zahlreichen Besuch, das viele Lob für die hausgemachten Köstlichkeiten des Kuchen- und Tortenangebots und die gute Stimmung, die an diesen Sonntagen das Museum erfüllte. Wir freuen uns auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.

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Internationaler Besuch im Dorfmuseum

Aktionstag "Ma(h)l was Anderes" brachte auch dem Fachmann neue Erkenntnisse

Damit hatte Rolf Seidel nicht gerechnet, als er sich auf den Aktionstag „Ma(h)l was anderes!“ vorbereitete. Ein Besucher aus dem afrikanischen Staat Togo brachte dem anerkannten Fachmann für frühgeschichtliche Mahlsteine eine neue Erkenntnis. Seidel bekam vom Schwiegersohn einer Schönwalder Familie dessen Mahltechnik vorgeführt. Diese entsprach so gar nicht der, die Seidel bislang aus den steinernen Zeitzeugen abgeleitet hatte. „Da kann man sehen, wie sich der Gebrauch einfacher Werkzeuge in den Kulturen unterschiedlich entwickelt“, äußerte sich der Fachmann begeistert vom unerwarteten Austausch. Ebenso freuten ihn die vielen Kinder, die sich mit Eifer an den beiden Nachbauten alter Grützmühlen versuchten und Glas um Glas mit selbst produziertem Vollkornmehl füllten. Als kleine Motivation hatte der Förderverein des Dorfmuseums Kekse aus Vollkornmehl und geriebenen Äpfeln gebacken. Das bereitliegende Rezept versprach bei nur hundert Gramm Mehl die gleichen Genuss für zu Hause. Zwei Familien aus der Schweiz waren durch einen Zufall auf den Aktionstag gestoßen, der sie abschließend zu einem anerkennenden Eintrag im Gästebuch des Dorf- und Schulmuseums veranlasste. Eigentlich hatten sie sich, wie viele andere auch, im Museums-Café erfrischen wollen. Auf die selbstgebackenen Torten und Kuchen verzichteten sie jedoch zu Gunsten der Mahlsteine und eines Besuchs bei Schmiedemeister Stephan Abele in dessen „lebendiger Schmiede“ neben der alten Dorfschule. „Trotz bestem Strandwetter hatten wir kaum mehr Plätze im Café frei“, freut sich Marc Dobkowitz. Der Vorsitzende des Fördervereins hofft zur Halbzeit des achtwöchigen Angebotes auf anhaltend guten Besuch, zum dem inzwischen viele Stammgäste zählen.

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Sammelfieber im Museum

Rege Beteiligung bei der Panini-Tauschbörse

Fünf Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft in Russland ging die Fieberkurve bei den Sammlern von Panini-Bildchen am Sonnabend nach oben. Über dreißig von ihnen kamen zur Tauschbörse ins Dorf- und Schulmuseum nach Schönwalde. „Das Klassenzimmer war voll und ich kam richtig ins Schwitzen, weil von allen Seiten Tauschanfragen kamen“, äußerte sich Marc Dobkowitz zufrieden. Der Vorsitzende des Fördervereins war nicht nur Initiator der Börse, sondern auch Teilnehmer. Am Ende des Tages blieben für ihn noch 26 Lücken im 690 Sticker zählenden Album. Andere Sammler waren mit elf fehlenden Bildern noch dichter am Ziel. Neben rund 20 Kindern mit ihren Eltern hatten sich auch erwachsene Bildchen-Jäger auf den Weg gemacht. Wie weit die Unterstützung der Kleinen durch ihre Eltern geht, bewiesen ein Vater und eine Mutter, die ihre kranken Kinder vertraten. Auch weitere Anfahrten wie aus Scharbeutz oder gar Hamburg wurden in Kauf genommen. Anfragen für die von Marc Dobkowitz angebotenen Bilder vergangener Serien, wie etwa der EM 2016 der WM 2014, gab es nicht. Es wurden allerdings Adressen ausgetauscht

Lebhafter Tauschhandel in den alten Schulbänken
Lebhafter Tauschhandel in den alten Schulbänken

Über Bierdeckel, Winterkorn und den Automobilkaufmann

Autofachmann Arend Knoop als Referent zu Gast im Dorf- und Schulmuseum

In bester Plauderlaune berichtete Arend Knoop über die Geschichte seines Autohandels und gab Einblicke in seinen Werdegang. Die Interessierten Zuhörer erfuhren, warum das Autohaus am Bungsberg die Marke Seat vertritt und nicht Honda. Sein Fazit: Heute habe man als Neueinsteiger im Automobilmarkt keine Chance gegen die Großen und die Konzerne. Er vermisse das Menschliche im Umgang miteinander. Das Wort zähle heute leider nicht mehr. Dennoch habe er einmal 400 Neuwagen auf einem Bierdeckel gekauft. Der zweimal als weltweit bester Händler ausgezeichnete Langenhagener erzählte von seinen Begegnungen als Vorsitzender des Händlerbeirates mit Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn, die allerdings nicht zu lang anhaltenden Freundschaften geführt haben. Die Gäste erfuhren, wie die zweite Marke Hyundai ins Unternehmen kam und von der Einführung des Automobilkaufmanns als Ausbildungsberuf, an der Knoop ebenfalls einen großen Anteil hatte. Heute schraubt der 71jährige noch lieber an alten Autos mit "echter" Mechanik und hasst den Diagnose-Computer. Seinem Traumberuf des Tischlers kommt er inzwischen beim Kulissenbau für die Neuen Eutiner Festspiele näher. Für Knoop liegt die Zukunft weiterhin in der Automobilbranche. Daran ändert nach seiner Einschätzung auch die e-Mobilität in den nächsten Jahrzehnten noch nichts.


Appell zum Einsatz für Frieden in der Welt

Buch von Heinrich Manthey im Shop des Dorf- und Schulmuseums Schönwalde

Neben der Chronik Schönwaldes und Bildbänden aus der Region bietet der Museums-Shop des Dorf- und Schulmuseums nun auch das Buch „Mein Leben nach der Vertreibung“ an. Es ist im Selbstverlag des Autors Heinrich Manthey erschienen und wird im Museum für 20 Euro zum Selbstkostenpreis angeboten.

Manthey wurde 1939 im westpreußischen Bromberg geboren. Seit acht Jahren lebt der ehemalige Versicherungsmakler in Schönwalde. In dem Buch lässt der Rentner sein Leben Revue passieren und lässt den Leser an seinen Gefühlen teilhaben. Sie sind geprägt von der Einsamkeit als Kind, das ohne Vater aufwachsen musste und dem durch die Wirren des Krieges keine Mutterliebe zuteil wurde. Viele Entwicklungen in seinem Leben seien durch die Kindheit beeinflusst, ist sich Manthey rückblickend sicher. Ein Antrieb für den Druck des Buches sei es der heutigen Jugend vor Augen zu führen, welch menschliches Leid mit eine Krieg verbunden ist. Manthey: „Ich wünsche mir, dass Eltern oder Großeltern das Buch ihren Kindern und Enkeln zu lesen geben, damit die aus meinen Erfahrungen lernen und sich für den Frieden in der Welt einsetzen.“

„Ich habe nicht lange gezögert, als uns Herr Manthey bat, den Verkauf seiner Bücher zu unterstützen“, sagt Marc Dobkowitz, Vorsitzender des Fördervereins zur Erweiterung des Buchangebotes im Museum und ergänzt: „Schönwaldes jüngste Geschichte ist nachhaltig durch Flüchtlinge aus Ostpreußen und Pommern geprägt. Es ist wichtig, Schilderungen persönlicher Erfahrungen mit den Greueln eines Krieges und seiner Folgen für die Menschen zu erhalten und zu verbreiten.“

Heinrich Manthey wurde 1939 in Westpreußen geboren. Heute lebt der Rentner in Schönwalde und hat ein Buch geschrieben. „Mein Leben nach der Vertreibung“ versteht er als eine Mahnung an die heutige Jugend, „sich für den Frieden in der Welt einzusetzen“. Das Buch ist für 20 Euro jetzt auch im Museums-Shop des Dorf- und Schulmuseums Schönwalde erhältlich.


Im Museum ging‘s über Tische und Bänke

Plattdeutscher Liederabend mit Erzählungen war ein großer Erfolg

Zwei Stunden voller Kurzweil erlebten gut 50 Besucher bei „Tüddelband und Dönsches“ im Dorf- und Schulmuseum Schönwalde am vergangenen Mittwoch. Die Sitzplätze reichten nicht. Einige Zuhörer saßen im Foyer und lauschten durch die geöffnete Tür.

Hans-Peter Lindner stieg mit einem vertonten Gedicht in den Abend ein. Dann griff er zur Gitarre und es dauerte nicht lange, bis alle im historischen Klassenzimmer mitsangen und in Erinnerungen schwelgten. Als besondere Überraschung hatte Lindner die Leiterin der Schönwalder Blockflöten-Ensembles eingeladen. Marianne Loocks begleitete ihn zu „Dat du min Leevsten büst“ auf ihrem Instrument.

Hans-Joachim Michaelsen erheiterte die Zuhörer mit allerlei Kindheitserinnerungen, in die er auch Wissenswertes über die Geschichte der alten Dorfschule ein wob. Er bemerkte augenzwinkernd, dass es ihm und all den anderen Kindern nicht geschadet habe, im und am Dorfteich mit all den Hinterlassenschaften der darin getränkten Pferde und Kühe zu spielen. Wenn er zugefroren war, was regelmäßig der Fall war, schob er die Mädchen auf einem Schlitten sitzend über das Eis. „Da hatte ich einen Schlag bei den jungen Deers.“, erinnerte sich der Ehrenvorsitzende des Fördervereins um dann hinzuzufügen: „Das war aber auch das höchste der Gefühle.“

Manch Anekdote wurde auch von den Gästen des Abends vorgetragen. Die meisten hatten einen Bezug zur alten Schule, aber auch Touristen waren zum Liederabend gekommen, bei dem es sprichwörtlich über Tische und Bänke ging. Zum „Holsteinlied“ wurde stilecht untergehakt und geschunkelt. Der „De Jung mit’n Tüddelband“ wurde kurzum vom Hamburger zum Holsteiner Jung gemacht und zum Lied von „Herrn Pastor sien Kauh“ hätte jeder im Raum eine Strophe beitragen können. Spaß hatten Gastgeber wie Besucher des Abends.

 

Ein Video und weitere Fotos finden Sie bei Facebook unter https://www.facebook.com/dorfmuseumschoenwalde/


Dorfmuseum Schönwalde mit positiven Besucherzahlen

Stephan Abele bei der JHV des Fördervereins

zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt

Im vergangenen Jahr zählte das Dorf- und Schulmuseum Schönwalde mit 2149 Besuchern so viele wie zuletzt 2009. Das berichtet der 1. Vorsitzende Marc Dobkowitz den Mitgliedern des Fördervereins auf der Jahreshauptversammlung. Die Tendenz nach oben halte damit weiter an. 2017 sorgten zwei Faktoren zur Verdoppelung der Besucher gegenüber dem Vorjahr: Das Museums-Café lockte mit breiter Unterstützung der Schönwalder Bürger an sieben Sonntagen im Sommer knapp 900 Menschen in die alte Dorfschule von 1823. Mit 653 Teilnehmern an Führungen für Erwachsene wurde der zweithöchste Wert seit der Jahrhundertwende erreicht. Den Gedanken, das Museum zukünftig gezielt für Demenz-Gruppen zu öffnen, nahm Schönwaldes Bürgermeisterin Bärbel Seehusen dankend auf und ermutigte zur Umsetzung. Die Gemeinde ist Träger des Museums und Eigentümer der ehemaligen Dorfschule. Seehusen bekräftigte das Engagement der Gemeinde für die Kultur in Form des Museums auch über die Kommunalwahl hinaus. Dafür gebe es einen parteiübergreifenden Konsens. Dobkowitz dankte der Gemeinde für die Bereitschaft zu Investitionen in das historische Gebäude. Zuletzt wurden Heizkörper ausgetauscht und eine feuchte Wand saniert.

Nach vier Jahren im Vorstand stellte der 2.Vorsitzende Thomas Utz sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung. Er werde dem Museum jedoch als „anpackende Hand“ erhalten bleiben, kündigte Utz an. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Stephan Abele. Der Schmiedemeister aus Klein Rönnau ist seit dem Sommer in der Schmiede des Museums aktiv und bereicherte die Sonntage des Museums-Cafés mit Leben am Ambos und der Esse. Der 46-Jährige ist auch im Wallmuseum Oldenburg aktiv und hat in seiner württembergischen Heimat Erfahrungen in Freilichtmuseen gesammelt. Auch in diesem Sommer soll an den Sonntagen vom 8. Juli bis 26. August wieder der Ambos erklingen und das Café geöffnet sein.

Einstimmig wiedergewählt wurden die Schriftführerin Helga Hagedorn und Kassenwart Birger Ziesemer.

Der neue 2. Vorsitzende Stephan Abele
Der neue 2. Vorsitzende Stephan Abele

Cineastischer Rückblick auf Schönwalde

Über 100 Besucher - und damit mehr als es Stühle in der „Klönstuv“ gibt - waren zum Filmabend des Dorf- und Schulmuseums gekommen. Für die interessierten Besucher öffnete sich das cineastische Archiv und heraus kamen bekannte und unbekannte Ansichten und Gesichter aus Schönwalde aus den 1950er Jahren und von 1975.

 

„Bei uns zuhause“ titelten reisende Filmemacher in den 1950er Jahren ihr einstündiges Werk, dass zum Abschluss ihres Schaffens auf dem Saal einer Gastwirtschaft zur Aufführung kam. Zuvor waren sie mit der Kamera durchs Dorf gezogen und hatten das öffentliche Leben eingefangen. Dabei wurden die Einwohner möglichst oft in Großaufnahme gezeigt, denn sie waren die „Hauptdarsteller“ und Premierengäste zugleich. Dieses eigenartige Geschäftsmodell ermöglichte nun einen teils amüsanten Blick zurück in die Geschichte der Bungsberggemeinde. „Ganz egal ob beim Spielen auf dem Schulhof, der Feuerwehrübung oder beim Turnen des TSV Schönwalde, in dem Film hat mancher sich oder seine Eltern oder gar Großeltern wiederentdeckt.“, freut sich Vereinsvorsitzender Marc Dobkowitz über die gute Stimmung des Abends. „Mancher Straßenzug war sofort zu erkennen, bei anderen musste man lange überlegen, weil sich so viel verändert hat.“

 

Gleiches galt auch für das zehnminütige Portrait des NDR, das 1975 entstand. Leider sind beide Filme ohne Ton. Dem Spaß bei der Entdeckung bekannter Gesichter tat es jedoch keinen Abbruch.

 

Einige Ausschnitte der Filme hat das Dorf- und Schulmuseum bei Facebook veröffentlicht. Wer sich oder andere in den Ausschnitten erkennt darf sich gerne beim Förderverein melden, damit die Dokumente der Zeitgeschichte auch mit Namen versehen sind.

(Fotos: Thomas Utz/Archiv Dorfmuseum)

 


Der Mäusemörder ging um

Karl von Puttkamer referierte über Mausefallen

Einen amüsanten und gleichzeitig lehrreichen Vortragsabend erlebten die Besucher der Veranstaltung des Dorf- und Schulmuseums Schönwalde a.B. am Mittwochabend, den 24. Januar. Karl von Puttkamer aus Gnutz bei Aukrug hatte einen Teil seiner Sammlung ins Auto verladen und nach Schönwalde gebracht. In der Klönstuuv berichtete er anhand der mitgebrachten Exponate vom ewigen Kampf des Landmanns gegen die gefräßigen Nager und schilderte anschaulich, welche Anstrengungen unternommen werden mussten, um die Ernte nicht nur vor dem Fraß, sondern vor allem vor den Verunreinigungen durch die grauen Tierchen zu schützen. Einfühlsam ging er auf den Stress ein, den die bei Manchen so beliebten Lebendfallen bereiten. Allerdings nicht alle Totfallen vermeiden solchen Stress, wie er anhand einer chinesischen Leimfalle oder der sog. Benderschen Wasserfalle demonstrierte. Manch wertvolle Tipps über das Aufstellen und Beködern von Fallen fielen dabei ab. Die kleine Zuhörerschaft (nur sieben Gäste waren der Einladung gefolgt) war sich am Ende einig, einen sowohl informativen als vor allem auch vergnüglichen Abend erlebt zu haben. Dass das Sammeln von Mausefallen ein lohnendes Sammlungsgebiet ist, wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

(Text & Fotos: Thomas Utz)