Aktuelle Rückblicke



Plattdütsch - dat geiht ok ünner Corona

Unser Museum feierte Premiere im Pfarrhof

Armin Schönbock (v.l.) und Ingrid Kriegeskotte von „Dörpfiedel“ erzählten in Schönwalde Dönsches und luden mit Gitarre und Akkordeon zum Mitsingen der plattdeutschen Lieder ein.

Was als Konzert zum Mitsingen im historischen Klassenzimmer des Dorf- und Schulmuseums Schönwalde geplant war, wurde in den Wirren der Corona-Pandemie zu einem ausgelassenen Abend auf dem Pfarrhof der Kirchengemeinde. Unter freiem Himmel gab es unter der Regie von Ingrid Kriegeskotte und Armin Schönbock, Mitglieder der Band „Dörpfiedel“, plattdeutsche Lieder und Dönsches im Schatten der reetgedeckten Pfarrscheune.

Damit feierten alle Beteiligten in vielfacher Weise eine Premiere. Schon das verschobene und am Ende abgesagte Konzert im Klassenzimmer mit „Holsteener Platt & Folk“ wäre für die Vier von „Dörpfiedel“ eine Premiere gewesen. Aber auch der nun als Ersatz und bei freiem Eintritt angebotene Abend war ein Versuch der beiden Protagonisten. Der Applaus und die Stimmung unter den Gästen des Abends waren Zeugnis dafür, dass der Versuch gelungen ist. Zu Gitarre und Akkordeon der Musiker gesellte sich schnell auch eine Mundharmonika aus dem Publikum. Dazu sangen die Besucher, alle im weiten Rund mit dem nötigen Abstand platziert, lauthals mit. „Dat du min Leevsten büst“ und „An de Eck steiht 'n Jung mit 'n Tüdelband” waren dabei deutlich hörbar die Renner des Abends.

Eine Premiere war der Abend auch für den Förderverein, der erstmals eine Veranstaltung auf dem historischen Pfarrhof durchführte. „Wir sind der Kirchengemeinde sehr dankbar, dass wir hierher ausweichen durften. Vielleicht ist das der Beginn einer schönen neuen Tradition hier auf dem Gelände“, denkt Marc Dobkowitz, Vorsitzender des Fördervereins, an eine Wiederholung im nächsten Jahr. Unabhängig davon soll das schweren Herzens abgesagte Konzert im Klassenzimmer des Museums auf jeden Fall nachgeholt werden. „Wir warten notfalls auch bis 2022“, sind sich „Dörpfiedel“ und Dobkowitz einig.

Unter den Kastanien zwischen Pfarrscheune und Gemeindehaus genossen die rund 40 Gäste den plattdeutschen Abend, der spontan als Ersatz für das abgesagte „Dörpfiedel“-Konzert mit Holsteener Platt & Folk organisiert wurde.